Ein Anti-Blockier-System

Arbeitsberatung Soziales (ABS) ist eine Form arbeitsweltbezogener Supervision zur Reflexion und Gestaltung der sozialen Beziehungen im unmittelbaren Arbeitsprozess der Berufsausbildung, Weiterbildung und der vorberuflichen Qualifizierung. Wesentliches Ziel der ABS ist die Förderung und Entwicklung der sozialen Kompetenz der persönlichen, individuellen und gemeinschaftlichen Handlungsfähigkeit im und ausgehend vom Arbeitsprozess.
Im Rahmen der verschiedenen Projekte der Produktionsschule BuntStift, der unterschiedlichen Unterrichtsprojekte und fachpädagogischen Settings der Berufsvorbereitung und Ausbildung ist die ABS ein seit mehreren Jahren erprobter Ansatz einer psycho-sozialen Begleitung und Beratung.
Diese Form der für Jugendliche und Ausbilder gemeinsamen Supervision versucht die fach- und berufsbezogene Qualifizierung und Beruflichkeit mit einer individuellen, klientenzentrierten als auch prozess- und gruppenorientierten (sozialpädagogischen), oft sozialtherapeutischen Förderung zu verbinden.
ABS ist ausdrücklich weder eine produkt- noch leistungsorientierte, mithin auch keine unterrichtsähnliche Veranstaltung.
Einmal wöchentlich finden halbstündige Gruppensitzungen in den Abteilungen Holz, Metall, Büro und Mediengestaltung, Hauswirtschaft und Recycling mit jeweils zwischen sechs und zwölf TeilnehmerInnen statt.
Zusätzlich werden bei Bedarf auch Einzelgespräche geführt, die sich als Schnittstellen zu den unterschiedlichsten professionellen Beratungsstellen erweisen können (z.B. Arbeitsamt, Jugendamt. JWGs, Therapieeinrichtungen, Drogenberatung).
Zielsetzung und Ergebnisse
Die sozialen und ethnischen Integrationsmaßnahmen im hier vorgestellten ABS-Projekt orientieren sich im wesentlichen an zwei Zielen in ihrer prozessualen Wechselwirkung.
Beruflichkeit: Auseinandersetzung mit der je eigenen Arbeitsfähigkeit (Selbsteinschätzung) und den Anforderungen und Vorstellungen von Beruf und Arbeitswelt (Fremdeinschätzung).
Persönlichkeit: Auseinandersetzung mit der Realität von individueller Verantwortungsübernahme in sozialen Beziehungen des Prozesses lebendiger Arbeit.
Die ABS-Veranstaltungen fordern und fördern respektvollen und akzeptierenden Umgang als Basis einer demokratischen Kultur in der Arbeits- respektive Zivilgesellschaft. Die Verbindlichkeit der Teilnahme korrespondiert im positiven Sinne mit der Verpflichtung zu sozialer Verantwortungsübernahme. Viele individuelle Probleme im Spannungs- und konfliktreichen Beziehungsfeld sozialer und familiärer Herkunftsstrukturen konnten gemeinsam erkannt und in der Kommunikation und Kooperation von Gruppenprozessen aber auch in Einzelgesprächen entsprechend bearbeitet werden.
Die Jugendlichen erfahren hier, dass Teamfähigkeit und Kooperation keine pädagogisch abstrakten Forderungen sind, sondern für den unmittelbaren Arbeitsprozess ausschlaggenbend.
Mehr Informationen können Sie über folgenden Artikel per download erfahren: Henner Stang – ABS – Arbeitsberatung Soziales – ein Anti-Blockier-System-Element einer integrierten Sozialpädagogik in der Produktionsschule.
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