Mehrere ernsthafte Bewerber für das insolvente Unternehmen
Von Frank Thonicke
Kassel. Die 77 Mitarbeiter des insolventen gemeinnützigen Ausbildungsbetriebes „Buntstift“ müssen sich wohl nicht mehr lange Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Die Chancen, dass das Unternehmen gerettet wird, stehen offensichtlich sehr gut. Es gebe eine ganze Reihe „ernsthafter und ernst zu nehmender Interessenten“, die BuntStift übernehmen und weiterführen wollen. Das sagte gestern der Insolvenzverwalter Dr. Franz-Ludwig Danko auf Anfrage unserer Zeitung.
Nach HNA-Informationen handelt es sich um etwa ein halbes Dutzend Betriebe, die „Buntstift“ – die GmbH ist eine 100-prozentige Tochter des ebenfalls insolventen Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) – haben wollen. Einige sollen sich den Betrieb bereits angesehen haben. Um wen es sich bei den Interessenten handelt, wollte Danko nicht sagen. Man habe „Vertraulichkeit vereinbart“. Klar scheint aber zu sein, dass es bereits im Januar einen neuen Besitzer geben wird. Danko: „Ich blicke voller Optimismus voraus.“
Ein Unternehmen, das „Buntstift“ gern übernehmen würde, ist die Bfz-Logistik Art GmbH. Die Firma sitzt im Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Kassel-Waldau und betreibt auch das Gebäude. Das Hauptgeschäft macht das elfköpfige Unternehmen mit der beruflichen Weiterbildung (alle kaufmännischen Berufe, Lagerlogistiker, Fachlageristen) und der Management-Schulung. Bfz-Geschäftsführer Joachim Stauzebach: „Uns ist sehr daran gelegen, dass die gesellschaftlich wichtige Arbeit der Buntstift GmbH fortgeführt wird.“ Ziel sei es auch, die 77 Arbeitsplätze zu erhalten. Man habe ein Konzept ausgearbeitet, das auch dem Insolvenzverwalter vorliege.
Die Bfz sei aber auch nicht traurig, wenn sie nicht den Zuschlag erhalten würde, sagt Stauzebach: „Wir freuen uns, dass es so viele Interessenten gibt. Wichtig vor allem ist die Rettung von Buntstift.“Das macht die Buntstift GmbH
Buntstift heißt Buntstift, weil früher die Auszubildenden „Stifte“ genannt wurden. Bei Buntstift bekommen junge Menschen, die es auf der Hauptschule nicht geschafft haben, einen Einblick ins Produktionsleben. Sie haben außerdem die Chance, den Hauptschulabschluss nachzuholen.
Buntstift unterhält Betriebe, vom Friseursalon bis zu Holzverarbeitung. Dort machen Menschen eine Ausbildung, die sonst keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.
Außerdem hilft Buntstift Schülern beim Übergang ins Berufsleben, unterstützt Alleinerziehende in der Ausbildung und hilft Migranten, Deutsch besser zu beherrschen.
(mcj/tho)
Frank Thonicke über die Buntstift-Rettung
Die Kunde von der wohl fast sicheren Rettung mag den Mitarbeitern der BuntStift GmbH wie ein großes nachweihnachtliches Geschenk vorkommen. Und – vielleicht noch wichtiger – freuen dürfen sich auch alle, für die der Ausbildungsträger die letzte Hoffnung auf dem Weg ins Berufsleben ist.
Dass die Interessenten fast schon Schlange stehen, ist aber nicht deren Großzügigkeit, sondern der Arbeit von Buntstift zu verdanken. Es scheint sich zu lohnen, den Betrieb zu übernehmen. Die Bewerber sind keine mildtätigen Unternehmen, die mit weichem Herz eine soziale Heldentat vollbringen. Nein, sie wollen mit Buntstift Geld verdienen.
Das wird auch für den neuen Eigentümer nicht gerade leicht sein. Denn Buntstift finanziert sich letztlich aus öffentlichen Mitteln. Und da wird bei sozialen Ausgaben oft genug zu allererst der Rotstift angesetzt.
In einem solchen Klima dürfte es wohl auch nicht gerade einfach werden, alle Arbeitsplätze zu erhalten. Großartige Jubelarien scheinen damit noch verfrüht zu sein.
tho@hna.de
Kennen Sorgen und zeigen Optimismus: die „Buntstift“-Mitarbeiter Eva del Coz (von links), Martin Mertens und Cristiano Weinkauf im
„Laden 3“ an der Weserstraße, der Produkte aus den Werkstätten der „Buntstift“ und von Kooperationspartnern verkauft.

Zufriedene Gesichter: Über den Startschuss des ersten Berufswahlbüros im Kreis freuten sich mit den Schülern Schulleiter Wolfgang Hartwig (vorn links) und Claus-Peter Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses (rechts). Foto: Sommerlade
IHK eröffnete Berufswahlbüro im Kreis – Kontaktbörse für Schüler und Unternehmer
Von Martina Sommerlade
VELLMAR. Stühle schleppen, Wände dekorieren und Informationsmaterial auf den Tischen verteilen - noch bis zur letzten Minute hatten die Schüler der Klasse 9 b der Ahnatalschule Vellmar alle Hände voll zu tun. Doch dann war es so weit: Das Berufswahlbüro wurde in einer kleinen Feierstunde von Schulleiter Wolfgang Hartwig und Claus- Peter Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des IHK Regionalausschusses der Region Kassel, eingeweiht.
Es ist das erste im Landkreis Kassel. Ab sofort kann das zentral gelegene Büro in der Vellmarer Schule von Schülern, Unternehmern, Vertretern von Wirtschaftsverbänden und Arbeitsagenturen genutzt werden. Das Leitprojekt der IHK hat das Ziel, den Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung zu verbessern. In dem neu errichteten Büro sollen Teams aus Ausbildern und Auszubildenden die Schüler beraten und Praktika vermitteln.
„Wir wollen einen Raum schaffen, der von allen Akteuren genutzt werden kann, die sich für die Verbesserung der Berufsorientierung einsetzen“, sagte Hartmann. Die Aufgaben des Büros werden durch die BuntStift GmbH Kassel wahrgenommen, Koordinatorin ist Annette Westermann. Unternehmen vor Ort Von diesem Büro profitieren sollen letztendlich alle Schüler, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Darüber hinaus Vertreter diverser Betriebe, die sich vor Ort präsentieren und mit potenziellen Berufsanfängern in Kontakt treten können. Als „ein wesentliches Mosaiksteinchen im Gesamtgefüge“ erachtete Schulleiter Wolfgang Hartwig das neu errichtete Büro.
Der Übergang von der Schule zum Beruf sei seit jeher ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt im Programm der Ahnatal-Schule. In den vergangenen Jahren habe es schon Berufsinformationstage, Besuche des Berufsinformationszentrums und intensives Bewerbertraining gegeben. „Wir fühlen uns daher in besonderem Maße verpflichtet, die Schüler auf den Übergang ins Berufsleben bestmöglich vorzubereiten“, betonte er. Die Einrichtung des Berufswahlbüros in der Ahnatalschule sei ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Das zweite Berufswahlbüro in der Region Kassel richtet
die IHK in der Carl-Schomburg-Schule Kassel ein.
Hintergrund
15 000 Euro kostet ein Büro Das Leitprojekt Berufswahlbüro der IHK-Initiative wird mit jeweils zwei Partnerschulen je Teilregion realisiert. Die Ahnatalschule Vellmar ist eine von zwölf Schulen im Einzugsgebiet der Industrie und Handelskammer Kassel. Ausgewählte Schulen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, um eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung zu gewährleisten. Dazu gehören die Freistellung eines Schulkoordinators und ein langfristiges Bereitstellen der erforderlichen Räume. Die Gesamtkosten je Büro liegen laut IHK bei 15 000 Euro. (swe)
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Berufswahlbüro macht Schüler fit für das Arbeitsleben
Es ist soweit: Ein Berufswahlbüro an der Ahnatal-Schule in Vellmar ist eingerichtet und kann ab sofort von Schülern, Unternehmern, Vertretern von Wirtschaftsverbänden sowie Arbeitsagenturen genutzt werden. Das Leitprojekt der Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Vertiefung der Berufsorientierung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel hat das Ziel, den Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung nachhaltig zu verbessern. „Alle Maßnahmen sind komplementär zu den bestehenden, die in unterschiedlicher Intensität bereits in Partnerschaft von Schulen und Unternehmen etabliert worden sind“, berichtet Claus-Peter Hartmann, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses der Region Kassel, in dem sich Unternehmer aus Stadt und Landkreis ehrenamtlich engagieren. Die Aufgaben des Büros werden durch die BuntStift GmbH Kassel wahrgenommen: Koordinatorin ist Annette Westermann.
In den Berufswahlbüros sollen insbesondere Praktikerteams aus Ausbildern und Auszubildenden die jungen Menschen beraten sowie Betriebspraktika vermitteln. „Wir wollen im mehrfachen Sinne des Wortes einen Raum schaffen, der von allen Akteuren, die sich für die Verbesserung der Ausbildungsreife und der Berufsorientierung einsetzen, genutzt werden kann“, erklärt Hartmann, Geschäftsführer der Heinrich Lamparter Stahlbau GmbH & Co. KG in Kaufungen. „Über viele Gespräche mit den Schulen, den Unternehmen, den Arbeitsagenturen und den Unternehmerverbänden wissen wir, dass wir mit dieser Rahmeninfrastruktur auch die bereits laufenden Initiativen stärken.“
Das Berufswahlbüro ist sowohl ein physischer Raum als auch eine Dachmarke für ein Orientierungskonzept für Schülerinnen und Schüler mit Blick auf ihren beruflichen Weg. Das Büro selbst befindet sich an einer zentralen Stelle innerhalb der Schule. Das Besondere des Berufswahlbüros ist, dass nun eine Plattform gebildet wird für Schüler, Lehrer und Partner aus der Wirtschaft – mit dem Ziel, die Schüler mit Blick auf ihre Berufsorientierung zu beraten sowie gemeinsame Maßnahmen wie Projektwochen, Betriebserkundungen und Praktika zu vereinbaren. Bei Bedarf werden auch Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife eingeleitet.
Das Leitprojekt Berufswahlbüro nimmt damit auch eine zentrale Koordinierungsfunktion bei den bereits angelaufenen OloV-Maßnahmen (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen, kurz: OloV) wahr und fügt sich in die hessenweite Strategie ein. „Entscheidend ist, dass sich möglichst viele Akteure wie Arbeitsagenturen und Arbeitgeberverbände einbringen, damit eine große Angebotsvielfalt entsteht und das Büro eine wirkliche Drehscheibe wird“, unterstreicht Hartmann. Die regionalen OloV-Koordinatoren haben gegenüber der IHK einmütig festgestellt, dass bestehende Maßnahmen ausgebaut und um neue Instrumente ergänzt werden sollten, und dass vor allem – in Partnerschaft mit den Schulen – verlässliche und gut funktionierende Netzwerke der Beratung und Hilfestellung eingerichtet und effizient geführt werden sollten.
Die Agentur für Arbeit Kassel übernimmt eine fachliche Partnerschaft im Berufswahlbüro. Friedhelm Holl, Bereichsleiter bei der Agentur und zuständig für die Berufsberatung, nennt die Ziele: „Mehr Ausbildungsreife und die Kompetenz zur zielorientierten Berufswahl für möglichst alle Schülerinnen und Schüler in den jeweiligen Abgangsklassen schaffen und dies bei sich verändernden Anforderungen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt der Zukunft - das wird die große Herausforderung für die nächsten drei bis fünf Jahre in unserer Region Kassel sein.“ Hierzu ist das neue Projekt der IHK Kassel ein weiterer deutlicher Meilenstein, die Marktakteure erfolgreich zusammenzuführen und die Drehscheibe Schule für diese neuen Anforderungen zu gewinnen. Die Berufsberater der Agentur werden diese neue Chance durch verdoppelte Präsenz in der Schule begleiten und diese gute Idee fachlich voll unterstützen.
„In die Arbeit des Berufswahlbüros fließen die bisherigen Erfahrungen der schulischen Berufsorientierung ein“, sagt Annette Westermann, Koordinatorin des Berufswahlbüros. Ein wesentliches Ziel der BuntStift GmbH Kassel besteht darin, benachteiligte Gesellschaftsgruppen durch berufliche und schulische Integration in betriebliche Strukturen zu führen.
Hintergrund: die Berufswahlbüros
Das Leitprojekt Berufswahlbüro der IHK-Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Vertiefung der Berufsorientierung soll zumindest mit jeweils zwei Partnerschulen je Teilregion realisiert werden. Das Leitprojekt erreicht damit zum Start im Herbst 2011 insgesamt zwölf Schulen und im Kern deren Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe. „Die Ansprache der Schulen ist durch individuelle Auswahl beziehungsweise Absprache oder ein Ausschreibungsverfahren erfolgt“, erklärt Claus-Peter Hartmann, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses der Region Kassel. Schulen müssen allerdings bestimmte Bedingungen erfüllen, um eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung zu gewährleisten, unter anderem die Freistellung eines benannten Schulkoordinators (OloV) und ein langfristiges Bereitstellen der erforderlichen Räume. Die Gesamtkosten je Büro beziffert die IHK auf 15.000 Euro.
Weitere Projekte in den Jahren 2012 und 2013 sollen folgen. „Die Maßnahmen müssen einen unmittelbaren wirtschaftsförderlichen und mittelstandsorientierten Bezug haben“, verdeutlicht Hartmann. Auf regionaler Ebene haben die ehrenamtlich in der IHK engagierten Unternehmer verschiedene Konzeptvorschläge zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Berufsorientierung erarbeitet beziehungsweise konkretisiert. Darunter fallen beispielsweise Berufsorientierungsbüros und Lernstätten sowie das Bilden von Praktikerteams. Allen Projektskizzen gemein ist die Notwendigkeit, verbindliche und nachhaltige Strukturen zur Vermittlung von effizienter Berufsorientierung in den Schulen zu schaffen beziehungsweise weiter zu fördern, in Fällen mangelnder Ausbildungsreife diese zu verbessern und damit verbundene Maßnahmen zu koordinieren – intern und gegebenenfalls mit externen Partnern.
Hintergrund: IHK-Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Die IHK Kassel hat die Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Vertiefung der Berufsorientierung ins Leben gerufen, um vor dem Hintergrund der demografischen Prognosen eigene Maßnahmen zu entwickeln, die dem Fachkräftemangel bei den IHK-zugehörigen Unternehmen möglichst früh entgegenwirken. „Die IHK Kassel sieht ihre wirtschaftspolitische Aufgabe als Vermittler zwischen den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Bildungspolitik“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier. „Die Verbesserung der Ausbildungsreife ist im Kern die Herausforderung an die Schulen selbst, wobei die Wirtschaft beziehungsweise ihre Organisationen unterstützende Strukturen fördern können.“ Das Verbessern der Berufsorientierung ist dagegen typische Aufgabe eines Übergangsmanagements zwischen Schule und Wirtschaft, die der unternehmerischen Wirtschaft auch eine unmittelbare Rolle zuweist.
Das Parlament der regionalen Wirtschaft, die IHK-Vollversammlung, hat das Projekt „IHK-Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung“ für das Wirtschaftsjahr 2011 mit einem Fördervolumen von maximal 500.000 Euro einstimmig bewilligt. Das Gesamtbudget während der dreijährigen Projektlaufzeit beträgt 1,5 Millionen Euro. „Damit soll das Leitprojekt Berufswahlbüro in allen Teilregionen des IHK-Bezirks realisiert werden“, erklärt Lohmeier. Das Projekt könne auch um andere regionsspezifische Maßnahmen ergänzt werden.
Allgemeine Fragen zum Projekt?
Dr. Michael Ludwig
Projektbeauftragter
Tel. 05651 7449-56
E-Mail: ludwig@kassel.ihk.de
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AKGG-Tochter hat Insolvenz angemeldet – 77 Mitarbeiter und 150 Azubis betroffen

Insolvenz läuft: Am Sitz der Buntstift gGmbH an der Holländischen Straße sind die Recycling-, Metall- und Holzwerkstätten sowie die Betriebsküche und das Dienstleistungsbüro angesiedelt. Foto: Konrad
Von Marcus Janz
KASSEL. Noch eine Pleite bei einer Kasseler Sozialeinrichtung: Am Freitag ist auch beim gemeinnützigen Ausbildungsbetrieb Buntstift das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet worden – nur drei Tage nach der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG). Er ist alleiniger Gesellschafter von Buntstift. Das Amtsgericht Kassel hat Franz-Ludwig Danko von der bundesweit tätigen Kanzlei Kübler zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt.
Betroffen sind 77 Mitarbeiter sowie die etwa 150 Auszubildenden und Produktionsschüler. Ihre Gehälter sind bis Ende Januar über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert. Wie vielen Gläubigern Buntstift Geld schuldet, steht noch nicht fest. Betrieb soll weiterlaufen Wie beim AKGG, dessen Insolvenz Rechtsanwalt Carsten Koch von Westhelle und Partner verwaltet, soll auch bei Buntstift der Betrieb nicht beeinträchtigt werden. „Unterricht, Ausbildung und Beratungsangebot laufen ohne Einschränkungen weiter“, teilte Danko mit. Er will sich nun ein genaues Bild von der Situation verschaffen.
Denkbar sei eine Sanierung durch Übertragung an einen neuen Eigentümer oder über einen Insolvenzplan. Noch am Mittwochabend hatten die Geschäftsführer des AKGG, Anja Marquardt, Robert Moos und Rut Wilcken, gegenüber der HNA erklärt, die Tochtergesellschaften seien nicht von der Insolvenz betroffen. Sie sind zugleich Geschäftsführer bei Buntstift.
Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gericht bereits Danko als Gutachter beauftragt, die Lage zu prüfen. Am Donnerstag empfahl er dann, das vorläufige Insolvenzverfahren zu eröffnen. Das Amtsgericht schloss sich diesem Vorschlag gestern an. Wilcken beteuerte gestern auf Nachfrage, dass die beiden anderen AKGG-Töchter, das Psychosoziale Zentrum Schwalm-Eder-Nord und der Borkener Abgasanlagenhersteller Agatec wirtschaftlich sicher seien. „Daran wird sich auch nichts ändern“, sagte Wilcken.
Insolvenzverwalter Danko erklärte derweil, dass die Buntstift gGmbH wegen der AKGG-Insolvenz derzeit Schwierigkeiten mit der Projektfinanzierung habe. Jugenddezernentin Anne Janz sagte gestern, die Stadt werde alles tun, damit die Angebote weiterlaufen. Aber zunächst sei die Gesellschaft am Zug, und man müsse das Insolvenzverfahren abwarten. „Im Moment können wir nichts tun, außer unsere Bereitschaft zu bekräftigen, weiter mit der Gesellschaft zusammenzuarbeiten“, sagte Janz auf Anfrage.
Hintergrund
Integration in Arbeits- und Ausbildungsmarkt
Die Buntstift gGmbH hilft mit verschiedenen Ausbildungs und Qualifizierungsangeboten sozial benachteiligten Gruppen bei der Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Die Gesellschaft beschäftigt 77 angestellte Mitarbeiter. Neben einem Ausbildungsbetrieb und einer Produktionsschule gehören auch Präventions-, Beratungs- und Kultur-Angebote zu den Leistungen des Bildungsträgers. Die Angebote richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region Kassel. Auftraggeber für verschiedene Projekte sind das Land Hessen , die Stadt Kassel, die Arbeitsagentur Kassel, das Jobcenter Kassel und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. (mkx)

Juni, 2008
BuntStift hat am Wettbewerb Mathe erleben! zum Wissenschaftsjahr Mathematik 2008 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen. Das Projekt „Hilfe, mein Kind schreibt ein Mathebuch!“ wurde unter mehr als 400 Einsendern ausgewählt und erhielt einen Förderpreis in Höhe von 1.000 €.
ProduktionsschülerInnen/Azubis werden zu Autoren, forschen in ihren Arbeitsbereichen und im Alltag nach ganz praktischen oder total kreativen mathematischen Fragen, entwickeln eigene Aufgabenstellungen, recherchieren dazu, lösen sie und bereiten sie als Buchbeitrag auf. Eine Schülerredaktion rezensiert und wählt aus, in der Abteilung Mediengestaltung wird gestaltet, illustriert und für das Buch in Druck+Web geworben.
Am Buchprojekt wird kontinuierlich über ein Schul(halb)jahr gearbeitet. Wöchentlich finden je nach Förderbetrag für alle Beteiligten 1-3 Projektstunden in Kleingruppen statt.
Schüler der Kasseler Produktionsschule BuntStift sind produktionserfahren, sei es in der Holz-, Metall-, Elektro- und Recyclingwerkstatt, im Dienstleistungsbüro, in der Hauswirtschaft oder der Mediengestaltung. Dort wird täglich fleißig geschweißt, geschraubt, gehobelt, gedrechselt, repariert, gemessen, gestaltet, getextet, gezeichnet, gebucht, gekocht, geschält ...
Ansprechpartner: Martin Merten, Tel.: 0561 – 983 53 - 11